|
zurück
Chronik
der St. Ingberter Feuerwehr
ab 1864
Vor dem Jahre 1864 bestand in St. Ingbert keine Feuerwehr.
Die Bürger waren auf Grund einer polizeilichen Verfügung
verpflichtet, bei Ausbruch eines Brandes mitzuhelfen, das
Feuer zu bekämpfen. Nach alten Überlieferungen mussten
die Fuhrwerksbesitzer ihre Pfuhlfässer mit Wasser füllen
und zur Brandstätte bringen. Die Einwohner mussten ihre
Eimer zur Verfügung stellen. Die Menschen bildeten Ketten
von der Wasserstelle bis zum Brandobjekt und reichten die
gefüllten Eimer von Hand zu Hand. Eine intensive Brandbekämpfung
war zu dieser Zeit noch nicht möglich. Es fehlte an einer
einheitlichen Führung und Ausbildung. Diesem Missstand
wollte der damalige Polizeikommissar Dapping abhelfen. Er
gründete deshalb im Jahre 1864 die Freiwillige Feuerwehr.
Mitglieder eines damals bestehenden Turnvereins leisteten
der Anregung des Kommissars Dapping Folge und traten freiwillig
der neu zu bildenden Wehr bei. Die Gründung der Feuerwehr
wurde mit Begeisterung aufgenommen. Der damalige Bürgermeister
Chandon lud die jungen Bürger, die sich gemeldet hatten,
zu einer beratenden Versammlung ein. In dieser Versammlung
wurde der damalige Polizeikommissar Dapping zum Präsidenten,
der Tierarzt Hauck zum 1. Kommandanten, Posthalter Ernst Konrad
zum 2. Kommandanten und Kaufmann Fischer zum Adjutanten gewählt.
Als Abteilungsführer wurden die Herren Bauunternehmer
Hellenthal und Bäckermeister Stief gewählt. Hornist
wurde der Organist Franz Woll, ein Bruder des bekannten Heimatdichters
Karl-August Woll.
Die Uniform bestand aus einer bayrischen blauen Bluse mit
rotem Vorstoß, schwarzer Hose und Messinghelm. Die Chargen
trugen farbige Haarbüsche. An Geräten besaß
die Wehr 3 Spritzen, 1 Eimerwagen, 1 Wasserfass, 1 Rettungs-
und 1 Leiterwagen. Polizeikommissar Dapping kam 1865 nach
Ludwigshafen am Rhein. 1866 hat die Freiwillige Feuerwehr
ihrem ehemaligen Präsidenten Heinrich Dapping ein Album
mit Bildern der Gründungsmitglieder zur freundlichen
Erinnerung überreicht. Es blieb bis zum Jahre 1934 im
Besitz einer Tochter von Herrn Dapping. Zum 70jährigen
Stiftungsfest im Jahre 1934 überreichte diese durch Herrn
Minister Koßmann das Album als Jubiläumsgeschenk
dem damaligen Wehrführer. Nach diesen Bild- und Schriftdokumenten
gehörten folgende St. Ingberter Bürger der Gründungswehr
an.
Die Begeisterung
in der Freiwilligen Feuerwehr hielt leider nicht sehr lange
an. Diese Erscheinung war in der ganzen Pfalz festzustellen.
Deshalb wurden durch Erlass der Regierung im Jahre 1880 die
Pflichtfeuerwehren eingeführt. Ein Handbuch über
die allgemeine Feuerwehrpflicht und die Dienstaufgaben des
einzelnen Wehrmannes wurden herausgegeben. Ein Exerzierregelement
mit Angabe der Kommandos und Signale, Anordnung über
den Kommandanten wurden eingeführt. Die Uniform bestand
nunmehr aus einem zweireihigen Tuchrock mit Umlegekragen,
roten Verstößen und Messingknöpfen.
Durch
die Errichtung der Wasserleitung im Jahre 1890 war es notwendig,
zwei Schlauchhaspeln mit dem notwendigen Zubehör zu beschaffen.
Ferner wurde im Jahre 1896 eine mechanische Leiter von 14
m Steighöhe und im Jahre 1909 eine weitere mechanische
Leiter von 22 m Steighöhe beschafft. Mit der Erstellung
3 - 5stöckiger Häuser in der Stadt war die letztgenannte
Beschaffung notwendig geworden. Bis zum Jahre 1911 vergrößerte
sich die Stadt so stark, dass man es für zweckmäßig
hielt, die Wehr in zwei Kompanien aufzuteilen. Der Großbach
bildete dabei die Grenze. Die 1. Kompanie war im Gerätehaus
hinter der alten Kirche, die 2. Kompanie im Messungsamt in
der Josefstaler Straße untergebracht. Am 9. August 1914
konnte die Wehr auf ein 50jähriges Bestehen zurückblicken.
Alle Vorbereitungen hierzu waren bereits getroffen. Doch der
Ausbruch des Krieges am 02.08.1914 verhinderte die Durchführung
der Feier. Der größte Teil der Wehrleute musste
in den ersten Kriegstagen zum Heeresdienst einrücken.
Durch das Ausscheiden dieser Männer war die Wehr erheblich
geschwächt. Deshalb musste man auf ehemalige Angehörige
und jüngere, nicht wehrdienstpflichtige Männer zurückgreifen.
In den ersten Kriegsmonaten war die Wehr selbst durch Abstellung
von Bahnwachen tätig. Dies bezeugen die Protokolle des
Verwaltungsrates. In den Kriegsjahren 1914 - 1918 war die
Wehr zu zwei Bränden ausgerückt, und zwar am 28.03.
und am 19.05.1915.
Erst nach
Beendigung des Krieges konnte wieder ein geordneter Feuerwehrdienst
aufgenommen werden. Reorganisationsfragen spielten in den
ersten Nachkriegsjahren eine große Rolle. Die Teilung
der Wehr wurde, da sie sich als unzweckmäßig erwies,
wieder aufgehoben. Man war bestrebt, eine nicht allzu große,
aber gut ausgebildete Mannschaft ständig zur Verfügung
zu haben. Dadurch sollte die Schlagkraft der Wehr erhöht
werden. Bei Ausbruch eines Brandes wurde zu dieser Zeit durch
Läuten der Sturmglocke (alte Kirche) alarmiert. Die Alarmierung
war für die inzwischen auf 20.000 Einwohner angewachsene
Stadt ungenügend geworden. Im Jahre 1923 wurde die erste
elektrische Alarmsirene installiert, 1925 stellte das Kommando
bei der Stadtverwaltung den Antrag auf Erstellung einer stillen
Alarmanlage und Beschaffung eines automobilen Mannschaftswagens
mit tragbarer Motorspritze. Zunächst sind die Wünsche
aus finanziellen Gründen zurückgestellt worden.
1928 wurde das Trommler- und Pfeiferchorps gegründet,
welchem im Jahre 1933 die Gründung der Feuerwehrkapelle
folgte. Durch diese Gründungen wurde das Ansehen der
Feuerwehr sehr gehoben. Im Mai 1931 wurde der Wunsch der Wehr
nach einem automobilen Mannschaftswagen mit tragbarer Motorspritze
erfüllt. Das Fahrzeug wurde von der Firma Metz, Karlsruhe,
geliefert. Durch diese Anschaffung wurde der Einsatzwert der
Wehr erheblich gesteigert. Sie wurde schneller und beweglicher.
Nun konnte sie auch über die Stadtgrenze hinaus Löschhilfe
leisten. Der Fahrzeugpark wurde im Jahre 1933 um einen weiteren
Mannschaftswagen sowie einen 6sitzigen Personenwagen mit Anhänger
erweitert. Ferner wurde eine Schaummotorspritze beschafft.

Wie schwerfällig
bewegte sich in früheren Jahren die Feuerwehr, wenn es
darum ging, Gerätewagen und fahrbare Leitern an höher
gelegene Stellen der Stadt zu bringen. Viel Arbeitskraft und
Zeit, manchmal auch die Begeisterung, ging auf diesen Wegen
schon verloren. Heute fährt die wohldisziplinierte Wehr
mit ihren Löschfahrzeugen zum Brandplatz und ist in wenigen
Minuten einsatzfähig.
1933 wurde
durch den Stadtrat die Errichtung einer stillen Alarmanlage
beschlossen. Durch die Inbetriebnahme dieser Melder-Wecker-Anlage
im Jahre 1934 war die Wehr auch nachrichtentechnisch auf dem
modernsten Ausrüstungsstand.
Die Motorisierung
der Wehr bedingte, dass auch ein entsprechendes Gerätehaus
für die Unterbringung der Fahrzeuge geschaffen wurde.
Das Gerätehaus hinter der alten Kirche war für den
vorhandenen Fahrzeugpark zu klein geworden. Im Jahre 1932
wurde hinter dem Rathaus durch Umbau eines bestehenden Gebäudes
ein neuzeitliches zweckentsprechendes Gerätehaus für
die Löschfahrzeuge eingerichtet. Die handgezogenen Geräte
verblieben im alten Gerätehaus.
Eine deutliche
Aufwärtsentwicklung verzeichnete die Feuerwehr auch in
den Jahren von 1934 bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges.
In diesen wurde u. a. die Neuuniformierung der gesamten Wehr,
die Beschaffung von genügend Schlauchmaterial und sonstigen
Geräten durchgeführt. Zum Schutz der Stadtteile
Sengscheid und Schüren sind an diesen Orten Löschgruppen
gebildet worden.
Das
75jährige Bestehen der Wehr sollte 1939 gefeiert werden,
leider hatte hier wieder der Ausbruch eines Krieges alles
zerschlagen. Fast 50 % der Wehrmänner mussten zum Kriegsdienst
einrücken, was technisch und personell fast den Zerfall
der Feuerwehr bedeutete. Sofort wurden wieder ältere
Wehrmänner, Männer aus der Rüstungsindustrie
und vom Wehrdienst Freigestellte, zum Feuerwehrdienst verpflichtet.
Nach Erlass des Reichsministeriums des Innern vom 03.06.1942
wurde kriegspolitisch bedingt auch in St. Ingbert eine HJ-Feuerwehr
gegründet. Diese HJ-Feuerwehr wurde aus örtlichen
Einheiten der Hitlerjugend zusammengestellt. Nach Ausbildung
durch Ausbilder der örtlichen Freuwilligen Feuerwehr
kam diese HJ-Feuerwehr örtlich und überörtlich
zum Einsatz. Befehlsgemäß unterstand diese Einheit
bei Übungen und Einsätzen dem Wehrführer der
Freiwilligen Feuerwehr St. Ingbert. Im Jahr 1942 beschaffte
die Stadt ein neues Löschfahrzeug LF 15. Dieses Fahrzeug
hatte eine eingebaute Pumpe. Gleichzeitig wurde ein reichseigenes
Fahrzeug LF 15 zur Verfügung gestellt. Die Wehr St. Ingbert
war mit den neuen Fahrzeugen in die Feuerwehrbereitschaft
St. Ingbert eingegliedert. Sie war als Bestandteil dieser
Feuerwehreinsatzbereitschaft bei verschiedenen Brandkatastrophen
infolge der Luftangriffe im Einsatz, u. a. in Ludwigshafen,
Saarbrücken, Kaiserslautern, Neunkirchen, Pirmasens,
Zweibrücken, Saarlautern, Eschringen und Hassel. Hierbei
haben sich die alten Feuerwehrmänner und die Angehörigen
der HJ-Feuerwehr bestens bewährt. Galt es doch zu retten,
was an Hab und Gut noch zu retten war. Im Jahre 1944 war die
Ausrüstung der Wehr eine Mustergültige. Vorhanden
waren 2 LF 15, 2 Mannschaftswagen mit 2 Tragkraftspritzenanhängern,
1 Personenfahrzeug mit Anhänger, 2 mechanische Leitern
und weitere handgezogene Geräte, ca. 3.000 m Schlauchmaterial
u. v. m. Bei Fliegeralarm waren alle Fahrzeuge besetzt und
einsatzbereit. Die Einsatzkräfte waren während Fliegeralarm
dezentralisiert, um einer Vernichtung durch Abwurf von Bomben
vorzubeugen. Von 1944 an war eine ständige Feuerwache
in Stärke von 20 Mann im Befehlsunterstand eingerichtet.
Der Befehlsstand befand sich im LS-Bunker in der Blieskasteler
Straße.
Während
der Beschießung der Stadt traf am 18.03.1945 eine Granate
das Gerätehaus. Einer der Mannschaftswagen geriet in
Brand und wurde teilweise vernichtet. Das reichseigene LF15
wurde vor Beendigung des Krieges auf Weisung der Reichsregierung
wieder abgezogen. Nach der Besetzung der Stadt durch die Siegermächte
gingen noch sehr viele Einrichtungen und Ausrüstungsgegenstände
verloren. Das Feuerwehrlöschwesen musste vollkommen neu
aufgebaut werden. Leider fehlten der Stadtverwaltung die Mittel,
in kurzer Zeit wieder alles zu beschaffen. Die Wehrführung
war bestrebt, mit Unterstützung der Verwaltung, den Aufbau
der Wehr schnellstens durchzuführen. Die stille Alarmanlage,
die ebenfalls vollständig zerstört war, wurde zunächst
wieder funktionstüchtig gemacht.
Die Stadtgemeinde
erwarb im Jahre 1951 ein gebrauchtes TLF 25, da Mittel für
ein neues Fahrzeug nicht zur Verfügung standen. Das Fahrzeug,
ein ehemaliges Flugplatz-Tank-Löschfahrzeug, wurde für
den neuen Zweck umgebaut. 1952 konnte ein neues LF 8 beschafft
werden. Der Kauf einer DL 25 musste noch zurückgestellt
werden, da zuvor das Feuerwehrgerätehaus umgebaut und
erweitert werden musste. Diese Baumaßnahme wurde 1952
- 1953 durchgeführt. Sie brachte nicht nur Raum für
2 weitere Fahrzeuge, sondern auch einen modernen Schlauchturm
und einen Schulungsraum für die theoretische Ausbildung.
Das Jahr 1953 brachte im wesentlichen die Ergänzung und
Erneuerung der persönlichen Ausrüstung. Neue Uniformröcke,
-hosen, Wettermäntel, Atemschutzmasken, Steigergurten
usw., aber auch Handfeuerlöscher, TS 8/8 und sonstiges
Gerät zählte zu den Beschaffungsmaßnahmen
in diesem Jahr. Mit der baulichen Ausweitung der Stadt musste
auch die Feuermelde-Anlage erweitert werden. Deshalb wurden
auch in den Neubaugebieten Feuermelder installiert. Am 17.02.1955
wurde der Feuerwehr St. Ingbert von der Regierung des Saarlandes
ein Hilfsrüstwagen zugeteilt. Dieses Fahrzeug ist ausgestattet
mit Geräten für die technische Hilfeleistung.
Es besitzt einen Tragearm für 2 Tonnen, Spill, Starkstromgenerator,
TS Motorsäge u. a. v. m. 1956 wurde auf Kosten der Stadtgemeinde
eine MARSO-Allzweck-Seilwinde eingebaut. Dieses Fahrzeug wurde
schon oft bei Unfällen und sonstigen technischen Einsätzen
benötigt. Im Jahre 1954 konnte die längst erforderlich
gewesene DL mit einer Steighöhe von 25 m in Dienst gestellt
werden. Das Fahrzeug wurde mit einer Vorbaupumpe und einem
Starkstromgenerator als Sonderausstattung geliefert. Als Vorbeugemaßnahme
wurden nun in beiden Krankenhäusern Anschlüsse für
die Notstromversorgung durch die Feuerwehr montiert. 1962
konnte nach Übergabe eines neuen Tanklöschfahrzeuges
TLF 16 das alte TLF 25 verschrottet werden. Der Landkreis
St. Ingbert beschaffte 1963 eine Füllstation für
die Atemluftflaschen der Pressluftatmer. Diese wurden im Gerätehaus
St. Ingbert installiert, mit der Auflage, dass die Pressluftflaschen
der übrigen Wehren des Landkreises St. Ingbert hier unentgeltlich
gefüllt werden. Bis zum Jubiläumsfest im Jahre 1964
wurden 1 MTW, 1 LF 16, 1 P 250, mehrere Pressluftatmer und
Schwerschaumgeräte beschafft.
Das 100jährige
Bestehen der Wehr wurde vom 03.07. bis 07.07.1964 in einem
würdigen Rahmen gefeiert. Einen besonderen Höhepunkt
der Feierlichkeiten setzte der damalige Kreisbrandmeister
und Ehrenwehrführer Ernst Uhl bereits beim Festkommers,
indem er der Wehr die von ihm gewidmete Standarde überreichte.
Die Standarde war nach einem Entwurf des seinerzeitigen stellvertretenden
Wehrführers, Oberbrandmeister Oswald Hoffmann, in einer
Karlsruher Fahnenfabrik gestickt worden. Die Standarde wurde
am nächsten Tag in der St. Engelberts Kirche von Herrn
Pfarrer Klein geweiht.

Seit diesem
denkwürdigen Ereignis sind über zwei Jahrzehnte
vergangen. Durch die bauliche Erweiterung, die Ausbreitung
der Industrie und die fortschreitende Technik - mit der es
stets Schritt zu halten gilt - war es auch in den folgenden
Jahren notwendig, Neu- und Ersatzbeschaffungen vorzunehmen.
Größte
Sorge bereitete der Wehrführung die Alarmierung der Wehr,
da die vorhandene Wecker-Melder-Anlage aus dem Jahre 1934
immer häufiger ausfiel. Drahtbrüche in dem Freileitungssystem
und Störungen in der Zentrale waren fast täglich
zu verzeichnen. Deshalb suchte die Wehrführung nach einer
neuen stillen Alarmanlage. Bereits im Jahre 1965 wurden, nachdem
mehrere Anlagen besichtigt waren, Verhandlungen mit verschiedenen
Herstellerfirmen von UKW-Melde-Empfängern geführt.
Die im Jahre 1966 durch die Stadtverwaltung in Auftrag gegebenen
Funk-Alarmanlage wurde am 27.11.1967 in Dienst gestellt. Die
Erstausstattung dieser Anlage bestand aus einer ortsfesten
Sende- und Empfängerfanstation, dem Funkbedientisch mit
dem Alarmgeber, einer hierzu parallel geschalteten, abgesetzten
Fernbedienungseinrichtung - die bei der Polizeidienststelle
installiert wurde -, 30 UKW-Meldeempfänger und 3 Fahrzeugfunkgeräten.
In der Zwischenzeit sind sämtliche Einsatzfahrzeuge mit
Funksprechgeräten ausgerüstet worden, die Zahl der
UKW-Meldeempfänger hat sich auf 60 erhöht und die
Anlage ist technisch erweitert worden. Von den vielen Beschaffungen
in dieser Zeit seien nur noch erwähnt:
1965 1
Leichtschaumgenerator, 1967 3 Hitzeschutzanzüge, 1969
1 LF 8 (schwere Ausrüstung), 1 LF 8 (leichte Ausrüstung),
1971 1 Sonderfahrzeug (für besondere Rettungsgeräte)
1972 3 Elektro-Tauchpumpen, 1973 1 Schlauchboot mit Eisschlitten
und Zubehör auf einem Einachsenhänger, 3 Taucher
Anzüge, 1 Schaumwasserwerfer, 1 Satz Vetter Hebekissen.
Es sei noch zu bemerken, dass die Wehr vollkommen neu uniformiert
wurde und neue wasserdichte Einsatzanzüge erhielt, die
persönliche Ausrüstung vervollständigt und
der schwere Atemschutz auf 16 Pressluftatmer und 32 Ersatzflaschen
erweitert wurde.
Im Jahr
1973 musste ganz außerplanmäßig ein TLF 16
beschafft werden. Das vorhandene Tanklöschfahrzeug hatte
bei der Alarmübung infolge Sandablagerung auf der Fahrbahn
einen Unfall und konnte nicht mehr als Einsatzfahrzeug verwenden
werden.
1972 wurde
ein kreiseigenes Öl-Bindemittel-Lager im Gerätehaus
St. Ingbert eingerichtet und die kreiseigene Schmutzwasserpumpe
hier stationiert.
In
das Jahr 1974 ging die Wehr mit der Hoffnung auf den Neubau
eines Gerätehauses. Die bisherige und auch jetzige Unterbringung
der Fahrzeuge und Geräte war mehr als mangelhaft, so
dass die fach- und sachgerechte Ausübung des Brandschutzes
nicht mehr voll gewährleistet werden konnte. Das Raumprogramm
zu diesem Neubau war bereits im Jahre 1969 von der Wehrführung
aufgestellt worden. Die Stadtverwaltung war seit 1973 bemüht,
das Bauvorhaben vorrangig zu behandeln. Es kam zunächst
zwischen der Stadtverwaltung und Stadtrat einerseits, sowie
der Feuerwehr andererseits zu unterschiedlichen Auffassungen
über den Standort des neuen Gerätehauses. Erst durch
eine Resolution, in der die Feuerwehr ihre taktisch begründete
Forderung nochmals unterstrich, wurde am 21. März 1974
in der Stadtratsitzung beschlossen, das neue Gerätehaus
auf dem Gelände der Stadtwerke zu errichten.
Am 19.
Februar 1974 verstarb der ehemalige Wehrführer der Stadt
und langjährige Kreisbrandmeister des Kreises St. Ingbert
Ernst Uhl. Mit ihm verlor die Feuerwehr einen Kammerraden,
der sich in uneigennütziger Weise große Verdienste
im Aufbau des Feuerlöschwesens des Saarlandes, des Kreises
und besonders der Stadt St. Ingbert errungen hatte.
Die Feierlichkeiten
anlässlich der 110-Jahrfeier der FF St. Ingbert-Mitte
fanden vom 14. bis 17. Juni 1974 in einem großen Festzelt
im Betzentalstadion statt. Der Festkommers am 14. Juni eröffnete
eine Reihe von Veranstaltungen. Ein internationales Fußballturnier
und ein Festzug mit großer Beteiligung, vom Marktplatz
bis zum Betzental, waren die Höhepunkte dieser Feierlichkeiten.
Die 110-Jahrfeier fand ihren Abschluss in einem festlichen
Kameradschaftsabend im Karlsbergsaal.
Mit Inkrafttreten
der kommunalen Neugliederung des Saarlandes am 01.01.1974
änderte sich auch das Feuerlöschwesen. Das Gebiet
der Stadt St. Ingbert erweiterte sich durch die Eingliederung
der Gemeinden Rohrbach, Hassel, Oberwürzbach und Rentrisch.
Aus den bisher selbständigen Gemeindefeuerwehren wurden
fünf Löschbezirke, die zusammen die Freiwillige
Feuerwehr der Mittelstadt St. Ingbert bilden. Jeder Löschbezirk
wählte aus seinen Reihen einen Löschbezirksführer
und für die Gesamtstadt wählte die Vollversammlung
den bisherigen Wehrführer der Kernstadt, Hauptbrandmeister
Helmut Uhl. Neuer Löschbezirksführer des Löschbezirks
Mitte wurde Oberbrandmeister Karl Ripplinger.
Das
schönste Jubiläumsgeschenk erhielt die Wehr am 16.09.
Der oft geäußerte Wunsch nach einem neuen Feuerwehrgerätehaus
rückte mit dem Spatenstich zum ersten Bauabschnitt durch
den damaligen Oberbürgermeister Dr. Werner Hellenthal
in greifbare Nähe. Die Planung dieses Projektes lag in
den Händen des Architekten Köhl und Schönecker.
Nach nur siebenmonatiger Bauzeit hieß es am 25.04.1975
endlich "Nun ade du alte Stätte". Die Feuerwehr
St. Ingbert-Mitte konnte in ihr neues Feuerwehrhaus einziehen.
Das Bauprojekt beinhaltet eine neue Fahrzeughalle für
12 Fahrzeuge, 2 Werkstattboxen, im Nebengebäude Schlauchwaschanlage,
Schlauchturm, Stiefelwaschanlage und Toiletten, sowie im Obergeschoss
Funkleitstelle und Büros.
Am 05.05.1975
stellte die Feuerwehr im Rahmen eines Tages der offenen Tür
der Bevölkerung ihre neue Feuerwehrzentrale vor. Dieses
Ereignis fand bei den Bürgern großen Anklang und
man beschloss jedes Jahr im Mai eine derartige Veranstaltung,
die einen Einblick in die Arbeit und Aufgaben gibt, zu wiederholen.
Das Jahr
1976 wurde im Saarland auch für die St. Ingberter Feuerwehr
zum "Jahr der Waldbrände". Neben einer bis
dahin unbekannten Zahl von kleinen bis mittleren Wald- und
Flächenbränden entwickelte sich ein am 16.07.1976
gemeldeter Flächenbrand am Wombacher Weiher zum größten
Waldbrand der Geschichte der Wehr.
Im Juli
1977 musste das alte Feuerwehrgerätehaus in der Pfarrgasse
dem Neubau eines Geschäftshauses weichen; das alte Gerätehaus
wurde abgerissen.
Durch
die Beschaffung eines RW2 im Mai 1978 sowie die Anschaffung
einer DLK 23/12 im Juli 1978 gingen die lang gehegten Wünsche
zur Verbesserung der Ausrüstung in Erfüllung. Die
alte DL wurde an die Stadt Bexbach verkauft und der HRKW zu
einem GW-Öl umgebaut.
In den
70er Jahren änderte sich auch die Rechtsgrundlage des
Feuerlöschwesens für das Saarland und der Stadt
St. Ingbert. Bedingt durch die Gebiets- und Verwaltungsreform
trat am 26.02.1976 die neue Fassung des saarländischen
Feuerschutzgesetzes und am 01.08.1975 die Verordnung über
die Organisation des Brandschutzes in Kraft. Daraus resultierend
verabschiedete der Stadtrat im Juni 1976 die neue Feuerschutzordnung
der Stadt St. Ingbert.
Bei den
Neuwahlen des Löschbezirksführers und der Wehrführung
1980 konnten HBM Ripplinger und HBM Uhl in ihrem Amt bestätigt
werden.
Ein weiteres
freudiges Ereignis ließ 1981 die Stadt und insbesondere
die Feuerwehr weit über ihre Grenzen hinaus bekannt werden.
Unter dem Motto: "Deine Alternative - Jugendfeuerwehr
- Engagement und Anpassung" fand zum ersten Mal im Saarland
vom 09. bis 13.09. der 9. Deutsche Jugendfeuerwehrtag in St.
Ingbert statt. Aus der gesamten Bundesrepublik trafen Feuerwehrführungskräfte
ein, an ihrer Spitze der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes,
Hinrich Struve, alle Vertreter der deutschen Jugendfeuerwehren,
Gäste aus Frankreich, Belgien, Österreich und Luxemburg,
sowie Hunderte von Jugendfeuerwehrangehörigen. Hochkarätige
saarländische Politiker würdigten durch ihre Teilnahme
diese Veranstaltung, deren Schirmherrschaft der damalige saarländische
Innenminister Dr. R. Wickelmayr übernommen hatte. Ein
Empfang der Gäste durch Landrat Schwarz in Homburg und
durch Oberbürgermeister Dr. Hellenthal im St. Ingberter
Rathaus eröffnete die Jugendfeuerwehrtage. Höhepunkte
waren die Wiederwahl des Bundesjugendleiters Karl Binai aus
Kempten und die Bundeswettkämpfe der Jugendfeuerwehren
im Mühlwaldstadion. Die St. Ingberter Feuerwehr, in deren
Händen die Organisation lag, begann schon Monate vorher,
unterstützt durch Landesregierung, Kreis- und Stadtverwaltung
mit den Planungen und Vorbereitungen, um einen reibungslosen
Ablauf der Veranstaltungen zu garantieren. In ihrer umgerüsteten
Fahrzeughalle verpflegten die Feuerwehrmänner alle Teilnehmer
mit kalten und warmen Mahlzeiten. Ein ständiger Fahrdienst
und eine rund um die Uhr besetzte Informationsstelle wurden
eingerichtet. Mit Hilfe der Bundeswehr bauten die Feuerwehrleute
in der Ingobertushalle 300 Feldbetten auf, um den vielen Jugendlichen
und Ausbildern eine Übernachtungsmöglichkeit zu
schaffen.
Oberbürgermeister
Dr. Helenthal führte im Juni den 1. Spatenstich zum 2.
Bauabschnitt der Feuerwehrzentrale durch. Die Bauarbeiten
gingen zügig voran, im Februar 1983 konnte schon das
Richtfest gefeiert werden und im September fand in Verbindung
mit dem 5. Kreisfeuerwehrtag des Saar-Pfalz-Kreises die offizielle
Übergabe statt.
Der Neubau
enthält im Erdgeschoss einen Umkleideraum, Wasch- und
Sanitärräume, eine Atemschutzwerkstatt mit angeschlossener
Übungsstrecke, einen Sanitätsraum und mehrere Lagerräume
für chemische Lösch- und Bindemittel..
Das 1.
OG besteht aus einem großen, mehrfach teilbaren Lehrsaal,
einer Kleiderkammer, einem Ruheraum, einem Jugendfeuerwehrraum,
Toiletten sowie mehreren Sozial- und Lagerräumen. Im
2. OG wurden zwei Wohnungen für Feuerwehrangehörige
errichtet.
Der LBZ
St. Ingbert-Mitte gründete im Januar 1983 als letzter
LBZ der Stadt eine Jugendfeuerwehr.
Im Rahmen
des erweiterten Katastrophenschutzes erhielt die Feuerwehr
St. Ingbert Mitte im Dezember 1965 vom Saar-Pfalz-Kreis ein
neues LF 16-TS.
In den
seit der Gebietsreform zur Feuerwehr St. Ingbert gehörenden
Löschbezirke waren ebenfalls Erneuerungsverfahren notwendig.
Die Stadt baute deren Gerätehäuser um bzw. neu,
um auch hier Feuerwehren ein angemessenes Zuhause zu geben.
Desweiteren wurden in den Jahren 1980 bis 1983 auch folgende
Neu- oder Ersatzbeschaffungen an Löschfahrzeugen ermöglicht:
1980 leichtes
LF 8 Rentrisch, 1982 TLF 16/25 Hassel, 1983 TLF 16/25 Rohrbach
und Oberwürzbach.
Die Feuerwehrmänner
der Gesamtstadt wählten 1986 Helmut Uhl erneut zu ihrem
Wehrführer. Der LBZ St. Ingbert-Mitte erhielt, nachdem
der langjährige LBZ-Führer Karl Ripplinger aus gesundheitlichen
Gründen nicht mehr kandidierte, einen neuen Löschbezirksführer.
Die Mehrheit der Stimmen konnte Peter Jungfleisch auf sich
vereinigen.
Schwierigkeiten
bereitete der FF in den letzten Jahren immer wieder die "stille
Alarmierung". Die vorhanden unmobilen Meldeempfänger
von der Größe eines Kofferradios waren vor über
20 Jahren beschafft worden. Obwohl damals revolutionär,
sind sie aus heutiger Sicht aus den Kindertagen der Funkmeldetechnik
und wurden immer störanfälliger. Außerdem
stand eine Änderung des Funkalarmkanals bevor und dadurch
eine finanziell unrentable Umrüstung der noch wenigen
intakten Geräte. Aus diesem Grund beschaffte im Januar
die St. Ingberter Feuerwehr 100 neue Meldeempfänger,
die an alle Löschbezirke verteilt wurden.
Die Geräte
von der Größe einer Zigarettenschachtel ermöglichen
es den Feuerwehrangehörigen, den Empfänger immer
mit sich zu führen und so von der Polizeiwache als auch
von der Funkzentrale in St. Ingbert-Mitte - im Einsatzfall
- ständig erreicht zu werden.
Der LBZ
erhielt im März vom Saar-Pfalz-Kreis einen Ölsanimat-Anhänger.
Ein seltenes
Jubiläum konnten acht St. Ingberter Feuerwehrmänner
im April feiern. Sie erhielten eine Auszeichnung für
jeweils 45jährige Dienstzeit.
Da das
bereits 15 Jahre alte TLF den stetig wachsenden Anforderungen
nicht mehr gewachsen war, überreichte im November OB
Dr. Brandenburg dem LBZ ein neues TLF 16/26 SA.
Im Jubiläumsjahr
1989 blickte die Feuerwehr St. Ingbert auf 125 Jahre Geschichte
zurück.
|